Offshore-Medizin

Offshore. Copyright Mathias Lauts, Emden

In der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone der Nord- und Ostsee sind gegenwärtig (Jahr 2025) um die 30 Offshore-Windparks in Betrieb. Mit mehr als 1500 Windenergieanlagen werden 9,2 GW Leistung im Jahr Offshore erzeugt. Das macht gegenwärtig 6,2% des Energiemixes in Deutschland aus.

Die Offshore-Windenergie-Branche umfasst ca. 30.000 Arbeitsplätze. Technische Fachkräfte (Elektrotechnik, Anlageninstallation, -montage und -betrieb), Ingenieur:innen (Bau, Maschinenbau, Anlagenbau), Servicekräfte (Logistik, Catering, Housekeeping), Notfall-Sanitäter:innen, wissenschaftliches Personal (Geologie, Biologie, Ozeanographie), Taucher:innen, Schiffsführer:innen… tragen zur Energiewende und zu einer nachhaltigen Entwicklung durch ihre Offshore Tätigkeit entscheidend bei.

Der Offshore-Arbeitsplatz ist vor allem durch seine Abgelegenheit und schwere Zugänglichkeit weit draußen auf dem Meer gekennzeichnet. Manche Tätigkeiten gehen mit erheblichen Belastungen und Gefährdungen einher. Während der Offshore-Einsätze sind viele Beschäftigte in Wohnplattformen oder in Schiffen untergebracht und haben eingeschränkten Zugang zur medizinischen Versorgung.

Die Offshore-Tätigkeit stellt besondere Anforderungen an die körperliche und psychische Fitness der Beschäftigten.

Die AG Offshore-Medizin widmet sich insbesondere folgende Themen:

  • Gesundheitliche Eignung für die Arbeit auf Offshore-Anlagen
  • Medizinische Versorgung der Beschäftigten während Offshore-Aufenthalte
  • Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und Hygiene auf Offshore-Anlagen
  • Gesundheitsförderung und Prävention in der Offshore-Windindustrie

Die DGMM-Arbeitsgruppe "Offshore-Medizin" arbeitet seit 2010 sehr erfolgreich zu diesen Themen.

Aktuelle Aktivitäten

  • Aktualisierung der AWMF-Leitlinie „Arbeitsmedizinische Eignungsuntersuchung für Arbeitnehmer auf Offshore-Windenergieanlagen und anderen Offshore-Installationen“ (Veröffentlichung der aktualisierten Leitlinie ist für Oktober 2026 geplant)
  • Gremienbeteiligung
    • Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, AG Offshore Rettung, UAG „Medizin“
      Entwicklung eines Standards „Mindestanforderungen für die medizinisch-technische Rettung aus Offshore-Windparks einschließlich Konverter in der ausschließlichen Wirtschaftszone“
    • Ausschuss Arbeitsmedizin der Gesetzlichen Unfallversicherung
      Arbeitskreis 1.11 "Offshore-Windenergieanlagen"
    • Stiftung Offshore Windenergie
      Runder Tisch Maritime Sicherheitspartnerschaft
    • G+ Global Offshore Wind Health & Safety Organisation
      Extended G+ Medical/ Health & Wellbeing

Mitglieder der Arbeitsgruppe inkl. Funktionen:

  • Dr. med. Eike Beyer
  • Dr. med. Heike Regina Engelberg
  • Dr. med. Michael Goldbeck
  • Dr. Gregor Lipinski
  • Eva-Sabine Neuhöfer (stellv. Leitung)
  • Dr. med. Dirk Obes
  • Professorin Dr. med. Alexandra M. Preisser
  • Dr. med. Christiane Rist
  • Dr. med. Marcial Velasco Garrido (Leitung)
  • Professor Dr. med. Martin Weskott

Ziel & Geschäftsordnung:

Ziel der AG ist es, praxisorientierte Lösungen für die betriebsärztliche Betreuung von Offshore-Beschäftigten anzubieten.

Wenn Sie sich für eine Mitarbeit interessieren, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme!